Fokus Mensch-Pferd: Meine ganz persönlichen Gedanken zur aktuellen Situation (März 2020)

Wer bin ich? Wer sind wir? Ein Teil des Ganzen. Und was ist das Ganze?

Eine Kugel, der Planet Erde. Wir wissen Vieles über diese Kugel, die wir Erde nennen.

Wir kennen die Lebewesen, die Pflanzen, die Tiere, die Menschen. Wir wissen mehr oder auch weniger, wie sich die Natur auf der Kugel verhält.

Ich frage mich aber, ob wir noch wissen, wer wir als einzelner Mensch sind?

Menschen brauchen Anerkennung, sind alle sehr bedürftig, und zwar auf der ganzen Weltkugel. Jeder möchte gerne gesehen werden, als das, was sie oder er ist und auch fühlt.

Dies kommt überall verschieden zum Ausdruck, wir sind eine grosse Kugel mit verschiedenen Kulturen und doch ist es im Wesentlichen überall dasselbe:

Jeder Mensch möchte gesehen werden, in der Tiefe genährt Ich behaupte, die Tiefennahrung ist das Lebenselixier eines jeden Einzelnen. Was meine ich mit Tiefennahrung?

Ich stelle mir dies so vor: es ist ein wiederkehrender Kreislauf. Niemand weiss, was zwischen Tot und Geburt geschieht. Gibt es überhaupt ein Dazwischen? Dies ist eine Glaubensfrage. Aber zurück zur Tiefennahrung und zum Moment gleich nach der Geburt. Der erste Atemzug. Ist entscheidend. Wie und von was wird er genährt? Oder wenn das Leben eine leere Festplatte wäre: welches sind die ersten Daten, die abgespeichert werden?

Das erste, das sich manifestiert ist entscheidend für unser Leben. Als Beispiel: wo steht meine Mutter in ihrem Leben zum Zeitpunkt meiner Geburt? Wie und wo komme ich auf die Welt? Hat meine Mutter immer gerade Zeit und ist fokussiert auf mich und meine Bedürfnisse als Säugling? Oder muss ich als Säugling meine Bedürfnisse dem Zeitplan meiner Mutter anpassen? Etc.

Nehmen wir als Bild einen Baum mit seinen Wurzeln, seinem Stamm und den Ästen. Was ist das Erste? Die Wurzeln. Wenn der Wurzelstock krank ist, werden der Stamm und die Äste auch kränkeln…

Wir werden gezeugt, wir entstehen, wachsen im Bauch, werden geboren und da sind wir – unmittelbar. Und jetzt sichern meine Eltern mein Überleben, ich bin existentiell darauf angewiesen. Die Eltern waren ihrerseits auch wieder auf diese existentielle Betreuung angewiesen, die Eltern der Eltern auch usw. Immer wieder ging und geht es um die Betreuung in den ersten Momenten. Es geht um Treue, um Vertrauen, um tiefe Liebe, um Einsamkeit, um Schmerz oder um Verletzung. Das ist die Tiefennahrung.

Die Geschichten sind schlussendlich Jahrtausende alt und immer wieder ist viel Schreckliches geschehen, das diese ersten, unmittelbaren Momente prägt: Ungerechtigkeit, Ausbeutung, Macht, Manipulation, Übergriffe; in so vielen Bereichen.

Und was bedeutet Liebe in diesem ersten, unmittelbaren Moment des Lebens?

Willkommen sein, beim ersten Atemzug, ohne Wertung, nicht gewertet werden, Respekt und Unvoreingenommenheit mir gegenüber spüren. Eine Art absolutes Ja, das einen noch nicht in Beziehung zu allem setzt. So ist Selbstvertrauen möglich.

Das Wort Selbstvertrauen heisst: sich selbst tragen, sich «einfach so» getragen fühlen. Ich kann mich auf mich verlassen. Ganz tief in mir sind alle Antworten, ohne dass sie von mir (von Aussen) schon erwartet werden.

Hier komme ich zum ersten Mal auf das Corona-Virus zu sprechen. Wie kann ich vertrauen, wenn meine Festplatte oder mein Wurzelstock nicht im Vertrauen und mit Selbstvertrauen wachsen konnte?

Achtung: ich urteile nicht über Eltern! Als Mutter von 4 Kindern weiss ich, was Mutter-Sein bedeutet. Alle Eltern engagieren sich nach bestem Wissen und gewissen. Sie sind im Glauben, respektive der Überzeugung, dass sie das Beste für ihre Kinder tun. Ihrem Handeln liegen aber alle die Geschichten zu Grunde, der Eltern, wiederum der Eltern etc. Diese prägen unbewusst das Handeln aller Eltern gegenüber ihren Kindern.

Zurück zur aktuellen Krise: was geschieht in der Krise, die fundamental alles auf den Kopf stellt? Auf was greifen wir zurück? Wie reagieren wir auf das Ungewisse? Wie reagieren Ärzte an der Front? Wie geht es den Sterbenden? Wie geht es jenen, die Menschen aus ihrem Umfeld verloren haben? Wie geht es den Menschen, die entscheiden müssen: Politiker, Ärzte, etc.

Ich meine, wir Menschen werden jetzt in all den Situationen so reagieren, wie unsere es uns unsere Grundstruktur vorgibt. Aber wie soll ich wissen, wie mein Wurzelstock aussieht? Wenn ich meine Grundstruktur oder den Wurzelstock nicht kenne und nicht verstehe, kann ich auch mein Handeln – z.B. in einer Krise – nicht einordnen. Um den Wurzelstock – um bei diesem Bild zu bleiben – zu verstehen, muss jeder einzelne an sich arbeiten und dies tut weh, weil man sich mit seinem Innersten konfrontieren muss. Es gibt viele Möglichkeiten, sich auf den Weg zu machen. Alleine – ohne Unterstützung von aussen – ist dies oft schwierig. Und wichtig ist: nur der Weg, der weh tut, lässt uns wachsen. Es gibt keinen Weg am Herz vorbei, um mit unserer aller Verletzlichkeit in Kontakt zu kommen.

Das Wort Verletzlichkeit könnte man auch als kollektive Verarmung unserer Seelen sehen – eben dann, wenn ich die Verletzlichkeit nicht wahrnehme, nicht verstehe und daran gearbeitet habe, oder mich mein Leben lang damit auseinandersetze. Wenn man einen Blick auf das Weltgeschehen wirft, wage ich zu behaupten, dass wenige Menschen sich wirklich mit sich selbst auseinandersetzen.

Krieg, Hungersnöte, Missbrauch im Grossen, wie im Kleinen. Damit meine ich körperliche und sonstige Übergriffe, keine Gleichberechtigung. Machthaber und Politiker, die unterdrücken. Diese unglaublich unfaire Verteilung der Nahrungsmittel auf dieser Erde. Dabei hätte es für alle genug. Oder die Massentierhaltung. Was nehmen wir uns da eigentlich heraus, so zu richten? Oder die Bildung: wie wichtig es wäre, dass alle Zugang zur Bildung hätten. Alle Menschen müssten aufgeklärt sein.

Ist dies alles möglich, wenn wir uns ehrlich mit uns selbst auseinandersetzen?

Man kann Schritt für Schritt daran arbeiten. Wie ist meine Streitkultur? Wie werte ich Tag für Tag über meine Mitmenschen? Wie gehe ich mit Kritik um? Wie schnell bin ich (unbewusst) in der Verteidigung? Halte ich es aus, wirklich ehrlich mit anderen zu sein und dann ihre Reaktion auszuhalten? Wie gehe ich mit meiner Aggression um?

Wie verhalten wir uns, wenn wir verzichten müssen? Wo bleibt unsere Ehrlichkeit, unser Mitgefühl? Meistens stellen wir in allen Bereichen uns selbst in den Vordergrund. Paradoxerweise dann eben ohne, dass wir uns aber mit uns selbst wirklich auseinandersetzen.

In dieser Krise weiss niemand, wohin sie führt. Aber wir können versuchen, zu vertrauen. Auch in den schlimmsten Momenten mit Chaos, Tod und Ohnmacht. Auch wenn einen der Schmerz und die Not fast ohnmächtig machen und die Angst einen umtreibt. Versucht, den Mut und die Kraft ganz tief aus Eurem Inneren zu holen. Alleine ist man nie. Jeder und jede hat einen Schutzengel. Geister, Kraft, Gott – egal, an was man glaubt: versucht zu verstehen, warum wer in welcher Situation ist und so handelt wie, er oder sie handelt in dem Ganzen. Es gibt keine Schuldigen. Ihr müsst sie auch nicht suchen. Es ist, wie es ist und es ist nicht einfach. Und die Frage nach dem Warum ist die schwierigste. Sie ist insgesamt kaum zu beantworten. Aber in Euch, von Euch selbst und für Euch könnt Ihr schrittweise immer mehr erkennen und dann vielleicht auch verstehen. Das hilft.

So muss man nicht einfach nur versuchen, zu überleben. Es wird weiter gehen und anders sein. Schaut hinein in Eure Lebensthemen, in Eure Grundstrukturen. Versucht, zu verstehen. Seid nicht zu stolz, Dinge zu ändern, wirklich hinzuschauen, auf dem Weg zu sein.

Von ganzem Herzen wünsche ich allen Menschen auf dieser Welt, dass wir es alle schaffen, aus dieser Krise zu lernen. An ihr zu wachsen. Veränderungen zu wagen.

Neujahrs-Kurs

Mit einem dreitägigen Kurs sind wir ins neue Jahr gestartet. Wir haben uns in diesen Tagen intensiv mit dem Thema der Versammlung auseinandergesetzt und versucht, unser Repertoire an Hilfen zu vervollständigen. Jetzt, wo wir alle verschiedenen Hilfen kennen, geht es darum, Erfahrung zu sammeln – welches Pferd, welcher Reiter, welcher Untergrund, welche Situation, braucht welche Hilfe, damit wir die Grundgangarten unserer Pferde verbessern können – einmal mehr hat sich gezeigt, der Weg ist lang.

Die Tage waren intensiv und wurden durch schöne, lustige und entspannte gemeinsame Abende abgerundet. Wir freuen uns auf den nächsten Kurs in diesem Format. 

16. November Ftaner-Samstag

Wir trotzen dem Wintereinbruch und geniessen das schöne Wetter, den vielen Schnee und die Natur während eines grossen Ausritts.

02. & 03. November Teil 5 Kurs „Ein anderer Weg zur Akademischen Reitkunst“

Diesmal wars kalt und herbstlich, das Feuer war ein ständiger Begleiter…
Die Themen waren sehr verschieden, da alle Schüler einzeln unterrichtet wurden. Viel Beinarbeit, Arbeit an der Hand und Freiarbeit; ein schöner und intensiver Kurs, bei dem alle auf ihre Kosten kamen.

14. – 18. Oktober Reitkunst, Musik und Kultur mit Renate Steinmann, Susanne Hess und Iris Hauschild 

Die 7 TeilnehmerInnen kombinieren die akademische Reitkunst mit klassischer Musik. Dies macht Sinn, da sowohl Musik, als auch das Reiten «Körper und Geist» brauchen.

Die TeilnehmerInnen erhalten also sowohl Reitunterricht bei Iris Hauschild von der Reitschule Plaun Schumpeder, als auch Musikunterricht bei der Violinistin Renate Steinmann.
Abgerundet werden die Kurstage Abends mit Vorträgen der Anglistin Susanne Hess zur Geschichte der Reitkunst in Europa.

Die akademische Reitkunst legt grossen Wert auf die Arbeit mit dem Körper – sowohl des Pferdes als auch des Menschen, der darauf reiten will. Ebenso wichtig ist die Arbeit mit dem Geist, um eine gute Verbindung mit dem Pferd zu erreichen.
Viele Elemente der akademischen Reitkunst sind aber genauso zentral, wenn man z.B. mit einer Geige musizieren will.

Musik und Reitkunst – eine aussergewöhnliche, aber eigentlich logische Kombination für eine Woche, die die TeilnehmerInnen auch persönlich in ihrem Körperbewusstsein und ihrer Art zu reiten oder Musik zu machen, weiterbringen soll.

07. – 11. Oktober Reitlager à la Carte

Mit einer bunt gemischten, motivierten und fröhlichen Kindergruppe durften wir eine spannende Reitwoche erleben.

 

06. Oktober Erntedankfest

Oktober

Mein kreatives Team vollendet die selbstgebauten Heuraufen.

September

Feierabendbesuch bei meinen Isländern, Ponies und Ziegen

September
Morgenarbeit mit meinen Praktikantinnen…

12. – 16. August: Reitlager à la Carte
Die Reitlagerzeit ist schon wieder vorbei! Dies war die letzte Aufführung diesen Sommer – wir haben uns gefreut über all die jungen Menschen, die uns besucht haben – wir haben viel gelernt! Wir hoffen, dass wir unsere Philosophie des feinen Reitens weitertragen konnten, auch wenn noch nicht alle im vollen Galopp, Sattel und Zaum durch die Gegend fetzen konnten – das stellen sich die Kinder ja oft als Erstes vor, wenn man ans Reiten denkt, aber der Weg dahin, dass es auch für’s Pferd passt, ist halt eben recht weit …
Herzlichen Dank allen und bis bald!

05. – 09. August: Reitlager Kunterbunt

Kunterbunt hiess diese Lagerwoche mit den ganz kleinen Zwerglein …diese Woche hatten wir immer am Nachmittag Unterricht: stolz wie Prinzen und Prinzessinen auf dem Pferderücken sitzen, Bälle werfen, balancieren, einander durch einen Parcours führen und für die grosse Schlussaufführung üben. Das und viel mehr waren die Themen dieser Woche

29. Juli – 02. August: Grundausbildung Pferd

Einmal eine etwas andere Woche bei uns auf dem Hof. Da wir normalerweise auch mit den Kindern und Jugendlichen nach der Akademischen Reitkunst arbeiten, war es spannend zu sehen, wie schwierig es ist, eine schöne Abteilung mittels feinen Hilfen zu reiten.
Die Woche hat uns aber auch viel Spass gebracht, so beispielsweise bei unseren Übungen zum Thema „das Pferd im öffentlichen Raum“.
Auch von Regenschirmen zeigten sich unsere Pferde nicht sonderlich beeindruckt (ein Übung der Bodenschule).

22. – 26. Juli: Akademische Reit-Woche

Und schon liegt eine weitere Lagerwche hinter uns… Erfreut blicken wir auf eine Woche Akademische Reitkunst mit Jugendlichen aus verschiedenen Regionen der Schweiz zurück. Wir haben intensiv an der Handarbeit, sowie am Sitz und den verschiedenen Hilfen gearbeitet. Es ist eindrücklich, wie schnell die Jugendlichen die Dinge verstehen und umsetzen und vor allem, wie fein die Pferde auf gut ausgebildete Reiter reagieren.

15. – 19. Juli: Reitlager à la Carte

Eine Woche Reitlager à la Carte liegt hinter uns. Kinder mit verschiedenem Altern und unterschiedlichen Bedürfnissen, vereint in einer Woche – Hippolini, Führarbeit, Longieren und Reiten. Viel Arbeit verbunden mit viel Spass, gutem Essen, Basteln, Malen und Spielen.

08. – 12. Juli: Reitlager mit einheimischen Kindern
Unsere erste Lagerwoche mit unseren einheimischen Schülern. Wir erarbeiteten ein Pferdetheater zum Thema Fusiun Val Müstair, welches wir am 6. Oktober 2019 am Erntedankfest in Valchava aufführen werden.

29. & 30. Juni: Frauenpower-Wochenende

Dieses Wochenende durfte ich einen besonderen Geburtstagswunsch erfüllen: ein pferdisches Frauenpower-Wochenende! Eine intensive Auseinandersetzung mit sich selbst und dem Pferd.

24. bis 28. Juni: Wochenkurs „ein anderer Weg zur Akademischen Reitkunst“

Eine heisse Woche ☀️☀️☀️
Geist und Körper der Menschen und Pferde waren gefordert. Im pferdegestützten Coaching setzten wir uns mit persönlichen Themen auseinander. Es war eindrücklich und erfreulich wie offen und tiefgründig wir an uns arbeiten konnten…. Bereichernd für unsere Arbeit war auch die zweistündige Yogaeinheit bei Marjoline Pitsch.
Im Unterricht hatten wir verschiedene Mensch/Pferdpaare mit unterschiedlichen Themen woran wir arbeiteten. Unter anderem die Arbeit am stehenden Pferd, verschiedene Führpositionen sowie auf dem Pferd sitzend. Ich nahm das erste Bild als symbolischen Leitfaden.

Juni

Augenblicke aus unserem Arbeitsalltag…

 

01. & 02. Juni 2019: Teil 3 „Ein anderer Weg zur Akademischen Reitkunst“

Dieses Wochenende fand der dritte Teil unseres Kurses statt. Das Hauptthema war diesmal die Beinarbeit.
Der Kurs war wieder sehr lehrreich und schön, und alle konnten ein Stück weiter kommen.

 

 

26. Mai 2019: Sonntagskurs mit Stephanie Roth

Ein grosses Danke !!!! An Stephanie Roht!! Lehrreich freudvoll , spannend wars!! Für mich ein Basiskurs auf hohem Niveau. bin stolz auf meine Schüler und Pferde !! Stephanie hat alle so fein abgeholt und unterstützt, die Schwierigkeiten logisch aufgezeigt und für alle Themen einen Lösungsweg aufgezeigt !! Einmal mehr finde ich die AR einfach so eine schöne spannende Arbeit !! Die so viel Freude macht !! Ich bin mir sicher, dass unsere Augen nach diesem Kurstag genauer schauen und verstehen können ….

 

08. Mai 2019:

Seit einigen Tagen haben unsere Pferde einen grösseren, befestigten Auslauf. Uns ist es sehr wichtig, dass unsere Pferde eine artgerechte Haltung geniessen können. Dazu gehört so viel Bewegung und Freiraum wie möglich.